Business Lexikon | Das kaufmännische Wiki der CSS AG

Unternehmenskultur als Erfolgs- und Wachstumstreiber

Geschrieben von CSS | Mar 18, 2024 1:43:20 PM

Definition

Was ist die Unternehmenskultur genau?

Die Unternehmenskultur mit ihren gemeinsamen Werten, Symbolen und Normen be­einflusst die Art und Weise, wie die Mit­glieder einer Organisation handeln, fühlen und Ent­scheidungen treffen. Darüber hinaus wirkt sich eine gute Unter­nehmenskultur auf den Führungs­stil aus, aber auch auf den Um­gang der Belegschaft unter­einander und die Beziehungen zu Geschäfts­partnern und Kunden. Sie durch­dringt also alle Organisations­ebenen - vom einfachen Arbeiter bis zum Management. Um den Begriff in seiner ganzen Komplexität zu erfassen, können zwei Fragen be­antwortet werden: Was ist dem Unter­nehmen bzw. der Organisation wichtig - und wofür steht sie?

­Die Bedeutung der Unternehmenskultur

Eine gute Unternehmenskultur mit gelebten Werten beeinflusst das Unter­nehmensergebnis positiv: Mit­arbeiter sind zufriedener, was wiederum deren Engagement steigert, die Produktivität und damit die Gewinne erhöht. Identifizieren sich die Mit­arbeiter mit ihrem Arbeit­geber, dann teilen sie dessen Vision und Werte - nach innen und nach außen. Sie fühlen sich wohl, ange­nommen und bringen ihre Kompe­tenzen gezielt zur Erreichung der Unter­nehmens­ziele ein. Mit­arbeiter bleiben gerne im Unternehmen, die Fluktuation ist niedrig - das spart nicht nur Kosten für Personal­beschaffung, sondern ist ein wichtiges Element der künftigen Personal­sicherheit und -planbarkeit.

Im Gegen­zug bedeutet das aber auch, dass eine nicht gepflegte oder gar negative Unter­nehmens­kultur nicht nur das Wohl­befinden der Beleg­schaft beein­trächtigt, sondern zwangs­läufig zu Konflikten führt: Mitarbeiter sind wenig motiviert und engagiert, die Leistungen werden negativ beein­flusst - und das spiegelt sich in den Unter­nehmens­zahlen wider. Der Arbeit­geber übt Druck und damit Stress aus, das Risiko von Burnout-Erkrankungen steigt deutlich.

Digitale Unternehmenskultur als Beispiel

Die digitale Transformation muss letztendlich von den Mit­arbeitern getragen werden: Nutzen sie diese digitalen Tools nicht oder ver­weigern sich der Ein­führung neuer Techno­logien, muss diese für den nachhaltigen Unter­nehmens­erfolg notwendige Veränderung zwangs­läufig scheitern. Doch die Beschäftigten benötigen digitale Kompetenzen - und damit relevante Fort­bildungen. Dann können sie umfassend in den Prozess der Trans­formation ein­gebunden werden und diesen aktiv voran­treiben. Die Praxis sieht jedoch anders aus, oft genug fühlen sich Mit­arbeiter über­fordert und blockieren.

Welche Faktoren beeinflussen die Unternehmenskultur?

Ein solches Normen- und Wertesystem kann einem Unter­nehmen nicht einfach über­gestülpt werden, vielmehr wächst es und ent­wickelt sich über Jahre. Dabei wirken sich verschiedene Faktoren aus, wie beispiels­weise wirtschaft­liche, politische und soziale Aspekte einerseits, unter­nehmens­interne und Persönlichkeiten andererseits:

­Interne Einflüsse

  • Führungskräfte Sie spielen eine große Rolle in Bezug auf die Unternehmenskultur - siehe digitale Unternehmenskultur. Zum einen geben und leben sie Verhaltensweisen und Werte vor. Im besten Fall unterstützen und leiten sie die Mitarbeiter dabei an, die Unternehmenskultur tagtäglich umzusetzen. Sofern die Führungsriege authentisch und positiv agiert, fördert sie leidenschaftlich die Identifizierung mit dem Unternehmen und damit das Engagement und die Arbeit.
  • Zusammensetzung der Belegschaft Je vielfältiger die Belegschaft zusammengesetzt ist, desto mehr kann sie von den verschiedenen Erfahrungen und Perspektiven profitieren. Das wirkt sich naturgemäß positiv auf eine inklusive Kultur aus.
  • Struktur der Organisation Die Organisationsstruktur wirkt sich vor allem darauf aus, in welcher Art und Weise im Unternehmen Entscheidungen fallen - je tiefer die Hierarchien, desto schwieriger das Unterfangen. Darüber hinaus wirkt sie sich die Unternehmenskultur ebenso auf die Mitarbeiterinteraktion aus wie auf die Qualität von Kommunikation und Zusammenarbeit. Herrscht hier Offenheit, kann sich auch eine kooperative Kultur entwickeln.

Äußere Einflüsse

  • Trends wie Globalisierung Die Unternehmenskultur wird durch Aktivitäten im Ausland, also in anderen Ländern und Kulturen beeinflusst. Sobald also andere rechtliche und kulturelle Gegebenheiten zu berücksichtigen sind, wirkt sich das auf die eigene Unternehmenskultur aus. Hier spielt auch die digitale Unternehmenskultur eine Rolle, denn ohne Digitalisierung ließe sich die Globalisierung nicht realisieren.
  • Auswirkungen der Leistungsgesellschaft Der Leistungsdruck auf Unternehmen steigt - und damit auch die psychische Belastung für die Belegschaft. Darunter können Motivation und Leistung massiv leiden.
  • Zunehmender Wettbewerb Müssen Unternehmen sich darauf fokussieren, kurzfristig Gewinne zu erzielen, beeinträchtigt dies in der Regel die Unternehmenskultur. Daraus wiederum folgt ein nachlassendes Engagement der Mitarbeiter - und das schlägt sich negativ auf das Unternehmensimage bei Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Kunden nieder.
  • Demografische Entwicklung Die demografische Entwicklung verändert die Struktur der gesamten Gesellschaft - mit fatalen Folgen: Einerseits können Beschäftigte erst später in Rente gehen, sodass Arbeitsplätze und gesundheitliche Vorsorge an die neuen Anforderungen angepasst werden müssen. Andererseits verändern sich die Ansprüche der jüngeren Generation, die einen größeren Wert auf flexible Arbeitszeiten und die Beachtung ihrer Work-Life-Balance legt.
  • Auftrag zur Gleichstellung Unternehmen sind dazu verpflichtet, Inklusion und Diversität zu leben. Allen Mitarbeitern - ohne Ansehen ihrer Herkunft, Nationalität usw. - soll Respekt und Wertschätzung entgegengebracht werden.

Die Vor- und Nachteile einer guten Unternehmenskultur

Vorteile

Die Unternehmenskultur

  • grenzt die Organisation klar nach außen ab,
  • erleichtert es den Mitarbeitern, sich mit dem Unter­nehmen zu identifizieren,
  • verbessert Zufriedenheit, Bindung, Motivation und Engagement der Mitarbeiter,
  • daraus folgen höhere Produktivität und bessere Leistungen und Teamwork,
  • steigert die Gewinne und Geschäfts­ergebnisse und
  • wertet das Image bei Geschäftspartnern und Kunden auf.

Nachteile

Die Unternehmenskultur

  • lässt sich nicht einfach über­stülpen, sondern muss gelebt und bei Ver­änderungen aktualisiert werden,
  • kann ungesund sein - mit negativen Folgen wie Stress, Burnout und Konflikten,
  • sollte nicht unspezifisch und unklar bleiben,
  • sollte nicht kontrollierend oder autoritär sein, um nicht Engagement und Innovation zu hemmen,
  • sollte die Erwartungen und Bedürfnisse der Beleg­schaft aufgreifen, um qualifizierte Fachkräfte nicht abzuschrecken,
  • sollte auf klar definierten Werten und Standards fußen, um Engagement und Identifikation der Beschäftigten nicht zu beeinträchtigen und
  • kann letztendlich für neue Mitarbeiter und für Außen­stehende schwer nachvollziehbar sein.

­Welche Modelle zur Analyse und Verbesserung der Unternehmenskultur gibt es?

Unternehmen steht eine ganze Reihe von Modellen zur Aus­wahl, wie zum Beispiel:

  • McKinsey 7-S
  • Eisbergmodell nach Edward T. Hall
  • Modell nach Hofstede
  • Scheins Drei-Ebenen-Modell
  • Deal und Kennedys Modell der Kulturtypen
  • Unternehmenskultur nach Hatch

Kulturmodell nach Daniel Denison als Beispiel

Fakt ist: Den einen Weg zur perfekten Unter­nehmens­kultur gibt es nicht. Hier spielen zahl­reiche Faktoren eine Rolle, die die Ent­wicklung be­ein­flussen. Allerdings lässt sich eine Unter­nehmens­kultur ändern. Doch das braucht vor allem Zeit und Geduld. Deswegen empfehlen sich kontinuierliche Evaluation und An­passung, also eine permanente Bereit­schaft, sich weiter zu verbessern. Die üblichen Schritte dabei:

  1. Ermittlung des Status Quo Frage: Was kennzeichnet die aktuelle Unter­nehmens­kultur und in welchen Bereichen sollte sie verändert werden?
  2. Konstruktive Diskussion Frage: Wohin soll sich die Unter­nehmens­kultur entwickeln?
  3. Definition der Zielsetzung Frage: Wie sehen die anstrebens­werte Unter­nehmens­kultur und eine Vision dazu aus?
  4. Start der Veränderungen Frage: Wie können Manager und Führungs­kräfte bei den Ver­änder­ungen unterstützen?

Fazit: Gute Unternehmenskultur

Gute Unternehmenskultur als relevanter Faktor für den Unternehmenserfolg

Sie sollte gesund gewachsen und positiv sein: Eine etablierte gute Unter­nehmenskultur kann nicht nur die Zufrieden­heit der Mitarbeiter ver­bessern, sondern damit auch deren Produktivität und der Erfolg des Unter­nehmens. Sie durchdringt also alle Organisations­ebenen, sollte aber insbe­sondere von den Führungs­kräften authentisch gelebt und offen kommuniziert werden. Ebenso wichtig sind die kontinuierliche Evaluation und An­pass­ungen - nur so lässt sich der nach­haltige Erfolg der Unter­nehmens­kultur wirklich sicherstellen.