EC-Kartenumsätze in der Kasse

Obwohl deutsche Verbraucher kleinere Einkäufe am liebsten noch bar bezahlen, legen EC-Kartenumsätze zu. Neben Barzahlungen finden sich in den Kassenbüchern deshalb zunehmend auch EC-Kartenumsätze. In der Praxis werden diese zusammen mit den baren Geschäftsvorfällen in der Tageslosung erfasst und später als Ausgabe wieder herausgerechnet.

Doch damit ist spätestens im Prüfungsfall Streit mit dem Finanzamt vorprogrammiert. Denn nach Auffassung der Finanzbehörden stellt diese durchaus praktikable Vorgehensweise einen formellen Mangel dar, der durchaus zur Verwerfung der Buchführung und anschließender Schätzung führen kann. Auf die heftige Kritik an den drohenden finanziellen Nachforderungen hat das Bundesfinanzministerium der Finanzen (BMF) in einem Schreiben an den Deutschen Steuerberaterverband e.V. reagiert. Danach stellt die Erfassung von EC-Karten-Umsätzen im Kassenbuch zwar auch künftig einen formellen Mangel dar, da im Kassenbuch zwecks jederzeitiger Dokumentation des jeweils aktuellen Barbestands bei einem Kassensturz lediglich Barbewegungen erfasst werden dürfen.

Allerdings soll die „steuerrechtliche Würdigung des Sachverhaltes“ – damit ist die Befugnis zur Schätzung gemeint – vom Einzelfall abhängig gemacht werden. Die geforderte Kassensturzfähigkeit bleibt nach der Klarstellung des BMF beispielsweise auch dann gegeben, wenn die ursprünglich im Kassenbuch erfassten EC-Karten-Umsätze gesondert gekennzeichnet oder sogar aus dem Kassenbuch auf ein gesondertes Konto aus- bzw. umgetragen wurden.

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