Lohnsteuervorteile bei der Elektromobilität

Nach den hochgesteckten Erwartungen der Bundesregierung sollen bis Ende 2020 mindestens eine Million Elektrofahrzeuge für den Straßenverkehr zugelassen sein. Weil die Zeit drängt, wurde die steuerliche Förderung der Elektromobilität bei privat mitgenutzten Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen nochmals ausgeweitet.

Seit jeher fallen auf die private Mitbenutzung von Firmen-PKW Steuern an. Bei privat mitgenutzten betrieblichen Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen werden zur Berechnung des steuerpflichtigen privaten Nutzungsanteils die maßgeblichen Brutto-Listenpreise im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung abhängig von der Batteriekapazität des Firmenfahrzeugs gemindert (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Und zwar sowohl bei Anwendung der berüchtigten „Ein-Prozent-Regel“ als auch bei der Fahrtenbuchmethode.

Wegen voraussichtlich sinkender Batteriekosten ist der Steuervorteil jedoch zeitlich gestaffelt: Während der Minderungsbetrag pro Kilowattstunde Batteriekapazität bei Anschaffung oder Erstzulassung im Jahr 2016 noch 350 Euro (Höchstbetrag 8.500 Euro) betrug, war der Abschlag 2018 bereits auf 250 Euro (Höchstbetrag 7.500 Euro) geschrumpft. Bereits im Anwendungsschreiben vom 5. Juni 2014 (Az.: IV C 6 – S 2177/13/10002) stellten die Finanzbehörden klar, dass auch bei gemieteten oder geleasten Batterien Steuervorteile winken. Von den Gesamtkosten des Firmenfahrzeugs dürfen in diesen Fällen nicht nur die Miet- oder Leasingzahlungen abgezogen werden, sondern zusätzlich alle weiteren Kosten des Batteriesystems wie beispielsweise Reparaturaufwendungen, Wartungspauschalen oder Beiträge für Batterieversicherungen.

Wichtig bei geplanten Neuanschaffungen: Die im Koalitionsvertrag für Elektro- und Hybridfahrzeuge vereinbarte 50-prozentige Sonderabschreibung (zusätzlich zur üblichen linearen Abschreibung über die in den amtlichen AfA-Tabellen vorgeschriebene betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer) wurde bislang noch nicht umgesetzt.

Beschlossen wurde im sog. „Jahressteuergesetz 2018“ (offizieller Titel „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“) dagegen die Halbierung des geldwerten Vorteils bei der privaten Mitbenutzung für nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschaffte Elektro- und Plug-In-Hybridfahrzeuge (gilt entsprechend auch bei der Fahrtenbuchmethode).

Hinweis:
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