Dem Doping auf der Spur

Eine auf Labormanagement spezialisierte Software unterstützt Biochemiker beim
Wettlauf im Labor

 

Dopinglabore entscheiden mit ihren Befunden darüber, ob Medaillen aberkannt und neu verliehen werden.
Seit vor mehr als vierzig Jahren die ersten Dopingtests bei Olympia durchgeführt wurden, ist die Liste der
verbotenen Substanzen bedeutend länger, die Nachweisverfahren sind raffinierter, die Kontrollen schärfer
geworden. Ständig können neue Substanzen hinzukommen, da neue Medikamente, die Krankheiten und
Mangelerscheinungen behandeln, oft auch die Leistung gesunder Menschen steigern. So findet nicht nur im
Stadion, sondern auch im Labor ein Rennen statt: Sobald die Proben aus Trainings- und Wettkampfkontrollen
per Kurier in versiegelten Glasfläschchen im Dopinglabor eingetroffen sind, werden Blut und Urin mit aufwendigen
 Methoden nach internationalem Standard auf verbotene Substanzen untersucht. Ein Labor, das sowohl für
Sportverbände als auch für Anti-Doping Organisationen tätig ist, steht vor der Aufgabe dabei hohe Probenzahlen
möglichst effizient zu bearbeiten. Unterstützung bietet ein Labor-Informations- und Managementsystem, das
den gesamten Prozessablauf von der Probenverwaltung über die Ergebniserfassung bis zum Rechnungswesen
transparent abbildet.

Das Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie Dresden (IDAS) erhielt 1994 erstmalig die Akkreditierung
und ist mit der Untersuchung einer ständig wachsenden Anzahl von Dopingkontrollen betraut. Den insgesamt
14 Mitarbeitern stehen dabei moderne Geräte wie z. B. Massenspektrometer gekoppelt an Gas- oder Flüssig-
chromatographie und auch immunochemische Verfahren für die Analytik dopingrelevanter Substanzen zur
Verfügung. Ausgewertet werden vor allem Dopingkontrollproben aus Deutschland und Europa für eine Vielzahl
nationaler und internationaler Auftraggeber. Hierzu zählen u. a. Antidopingagenturen wie die Nationale Anti
Doping Agentur Deutschland (NADA) und die World Anti-Doping Agency (WADA) sowie folgende Sportverbände:
Bund Deutscher Radfahrer (BDR), Radsport-Weltverband (UCI), Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), Deutscher
Leichtathletik-Verband (DLV), International Association of Athletics Federations (IAAF) und International Ski
Federation (FIS). Um diese hohen Probenzahlen effizient bearbeiten zu können, setzt das IDAS ab sofort auf
das Labor-Informations- und Managementsystem eGECKO LIMS von der CSS GmbH, eine speziell für die
Anforderungen des Laborbetriebs entwickelte Lösung.

Transparenter Prozessablauf und Einhaltung internationaler Standards

Mit dem neuen Labormanagementsystem wird die bisherige Probenverwaltung abgelöst, die sich nahezu
ausschließlich auf die Probenerfassung beschränkte und nur von einem Rechner aus zugänglich war. Statt-
dessen verfügt das IDAS heute über eine netzwerkfähige Proben- und Messwertverwaltung, auf die von jedem
Arbeitsplatz aus zugegriffen werden kann. Mit der neuen Lösung lässt sich der gesamte Ablauf der analytischen
und organisatorischen Tätigkeiten transparent abbilden. So war denn auch die Möglichkeit, den gesamten
Prozessablauf von der Probenverwaltung über die Ergebniserfassung bis zum Rechnungswesen zu unterstützen,
ein entscheidender Grund für die Softwareauswahl. Gleichzeitig ist gewährleistet, dass die Anforderungen an die
Analytik von Dopingkontrollproben wie z. B. die Vorschriften der WADA erfüllt werden.

Heute kann jederzeit der Bearbeitungsstand einzelner Proben mühelos nachvollzogen werden, Berichte an die
Auftraggeber lassen sich schnell und einfach erstellen und die reibungslose Datenübertragung z. B. an ADAMS,
die zentrale Datenbank der World Anti-Doping Agency (WADA) für Athleten, Verbände und Anti-Doping
Organisationen, ist gesichert. Gleichzeitig sind alle Daten für die Rechnungserstellung im System vorhanden.
Entsprechend deutlich war der Vorsprung der Lösung im Auswahlverfahren. So konnten beispielsweise die
großen Systeme für die medizinisch-analytische Anwendung nicht an den Laborablauf angepasst werden.
„Einzig eGECKO LIMS zeigte sich im Auswahlverfahren anpassungsfähig in Bezug auf unsere
Anforderungen und Arbeitsabläufe und erwies sich damit als die flexibelste Lösung. Änder-
ungen an der Formatierung wurden ohne großen Aufwand umgesetzt, teilweise konnten wir
selbst Anpassungen unkompliziert vornehmen. Haben wir doch einmal Fragen, steht uns ein
regionaler Ansprechpartner zur Verfügung. Darauf legen wir großen Wert“
, berichtet Dr. Kai Weigel,
wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektverantwortlicher eGECKO LIMS am Institut für Dopinganalytik und
Sportbiochemie.

Arbeitserleichterung durch effiziente Abläufe

Auch mit der kurzen Implementierungsphase zeigt sich das IDAS zufrieden. So konnte nach der Implementierung
der SQL Datenbank und den ersten Grundeinrichtungen des Labormanagementsystems Ende Juni / Anfang Juli
2009 bereits zum 1. Oktober der Übergang in den Echtbetrieb erfolgen. Nach diesen ersten Monaten hat sich die
Lösung im Einsatz bewährt: Heute können die Mitarbeiter mittels einfacher Suchfunktionen benötigte Informationen
einfach recherchieren und schnell auf den Bearbeitungsstand einzelner Proben zugreifen. Besonders schätzen die
Mitarbeiter des Dopinglabors die übersichtliche Probenverwaltung, mit deren Hilfe Listen der zu bearbeitenden
Proben erstellt werden (‚Probenlaufzettel’). Damit kann jeder Verantwortliche die für eine Untersuchung vorgesehenen Proben in einer ihm passenden Form abrufen. Je nach Verfahren sind die Probenlisten mit Tabellen versehen, in der die  Schritte der Untersuchung übersichtlich dokumentiert werden können. Dr. Kai Weigel resümiert: „Dank eGECKO LIMS  können wir mit vier Anwendern Probenanalysen für 93 nationale und internationale Auftraggeber effizient bearbeiten. Eine wichtige Voraussetzung, um den Sportlern, die ihre Leistungsfähigkeit mit Doping steigern wollen, auf den Fersen zu bleiben.“

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